Kurzprofil der Nominierten für den Aspirin Sozialpreis
Soziale Arbeit gilt als eine wichtige Ergänzung staatlicher Fürsorge. „Unser Ziel ist es, innovative, gemeinnützige Sozialprojekte im Gesundheitsbereich zu fördern“, sagt Urs Hartmann, Leiter der Division Consumer Care der Bayer Vital GmbH und Mitglied des Stiftungsrates. Unter den zehn Finalisten identifiziert ein unabhängiger Stiftungsrat drei Projekte, die im Mai 2010 in Berlin als Preisträger des Aspirin Sozialpreises gewürdigt und mit Fördersummen in Höhe von 15.000, 10.000 und 5.000 Euro unterstützt werden.
Die zehn Nominierten im Überblick:
Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg e.V. (AMSOC)
Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern
Ort: Berlin
Aktionsradius: lokal
Seit 2005 vermittelt der Jugendhilfeträger Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg (AMSOC) Kindern psychisch erkrankter Eltern ehrenamtliche Paten. Diese übernehmen mindestens einmal pro Woche sowie an einem Wochenende pro Monat die Betreuung der Kinder und stehen ihnen kontinuierlich als Ansprechpartner zur Verfügung – insbesondere in den Krisenzeiten der Eltern. Ziel des Projekts ist es, die jungen Menschen emotional zu stabilisieren und zu verhindern, dass sie selber psychisch erkranken. Gleichzeitig sollen die erkrankten Eltern entlastet werden. Außerdem wollen die rund 27 ehrenamtlichen und drei bis vier hauptamtlichen Projektmitarbeiter durch ihr Engagement die (Fach-)Öffentlichkeit in Berlin auf die Probleme betroffener Familien aufmerksam machen. Im Jahr 2009 sind 13 Patenstellen geschaffen worden, die nun vermittelt werden sollen. Langfristig will die Initiative jährlich zehn bis 20 neue Patenstellen etablieren. Im laufenden Jahr sollen dafür zwei Patenschulungen stattfinden.
Bunter Kreis Duisburg e.V.
Sozialmedizinische Nachsorge
Ort: Duisburg
Aktionsradius: regional
Der Bunte Kreis Duisburg unterstützt Familien nach krankheitsbedingten Klinikaufenthalten ihrer Kinder bei der Versorgung der genesenden Patienten sowie bei der Organisation des Alltags, des Haushalts und Familienlebens. Um den Übergang in die Nachsorge zu erleichtern und auch zu Hause eine möglichst optimale Versorgung zu gewährleisten, nehmen die Projektmitarbeiter ihre Arbeit bereits während des stationären Klinikaufenthalts auf. Das Angebot der Duisburger Initiative umfasst darüber hinaus auch die psychosoziale Nachsorge in Form von Gesprächen. Der Anspruch der Projektmitarbeiter ist es dabei, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Der Bunte Kreis Duisburg wurde im Jahr 2004 ins Leben gerufen. Jedes Jahr unterstützt die gemeinnützige Initiative rund 60 Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Dabei kooperieren die Projektmitarbeiter eng mit verschiedenen Institutionen und Partnern in der Region.
Deutscher Kinderhospizverein e.V. (Sieger des Online-Votings)
Begleitung von lebensverkürzend erkrankten Kindern und deren Familien
Ort: Olpe
Aktionsradius: bundesweit
Der Deutsche Kinderhospizverein wurde 1990 von sechs Familien mit unheilbar erkrankten Kindern ins Leben gerufen. Mittlerweile ist der Verein bundesweit aktiv. Mehr als 500 ehrenamtliche sowie 36 hauptamtliche Mitarbeiter engagieren sich derzeit in ganz Deutschland für die Begleitung und Betreuung lebensverkürzend erkrankter Kinder sowie ihrer Familien und bieten Unterstützung zur Selbsthilfe. Für die Arbeit der 16 eigenen ambulanten Kinderhospizdienste entwickelte der Verein ein eigenständiges Konzept. Die Angebote orientieren sich dabei eng an den Bedürfnissen der Zielgruppen, zu denen neben den betroffenen Kindern, Eltern und Geschwistern auch das soziale Umfeld gehört. Beispiele hierfür sind etwa ein Lehrerprojekt zur Verankerung des Themas „Kinder und Tod“ im Lehrplan sowie ein speziell für Geschwister entwickeltes Projekt. 1998 etablierte der Verein das erste stationäre Kinderhospiz in Deutschland. Die unter dem Dach des Vereins agierende Deutsche Kinderhospizakademie bietet darüber hinaus jährlich rund 40 Seminare für Familien sowie zwei Fachtagungen an. Langfristiges Ziel des Vereins ist es, Kinderhospizarbeit als zentrales Thema in der Gesellschaft zu verankern und flächendeckende Strukturen in ländlichen und städtischen Regionen aufzubauen.
Haltestelle Diakonie – Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.
Betreuung von Demenzkranken und Angehörigen
Ort: Berlin
Aktionsradius: regional
Die Haltestelle Diakonie bietet für Menschen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen, die zu Hause leben, stundenweise Betreuung in Gruppen oder als regelmäßigen Besuchsdienst an. Rund 15 hauptamtliche und 450 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich in den regionalen Diakonie-Stationen in Berlin und Brandenburg für dieses Projekt. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität der Demenzerkrankten zu erhalten und eine frühzeitige Einweisung in ein Heim zu verhindern. Gleichzeitig wollen sie die pflegenden Angehörigen unterstützen und entlasten. Inhaltlich reicht das Angebot der Haltestelle Diakonie von Bewegungsaktivitäten und Gesellschaftsspielen bis hin zum Vorlesen und Erzählen. Ins Leben gerufen wurde das Projekt im Jahr 2005. Mittlerweile hat sich in Berlin in jedem Bezirk eine Haltestelle Diakonie etabliert. Mehr als die Hälfte der Berliner Diakonie-Stationen haben somit die ehrenamtliche Arbeit für Menschen mit Demenz bei sich verankert. In Brandenburg hat der Projektaufbau Ende 2007 begonnen. Derzeit gibt es elf Projekte an 13 Standorten.
Junge Helden e.V.
Aufklärung & Information über Organspenden
Ort: Berlin
Aktionsradius: bundesweit
Der Berliner Verein Junge Helden wurde 2003 gegründet und will die Verbreitung von Organspendeausweisen insbesondere unter den 16- bis 35-Jährigen fördern. Dazu setzt der Verein auf Aufklärung, offenen Dialog und moderne Kommunikationsmittel um das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung zu platzieren. Ziel ist es, junge Menschen dazu zu ermutigen, sich frühzeitig mit der Problematik zu beschäftigen und ihre Entscheidung auf einem entsprechenden Ausweis zu dokumentieren, damit das Organ im Fall der Fälle rechtzeitig einem Bedürftigen transplantiert werden kann. Neben einem Internetauftritt und einer Facebook-Seite versucht der Verein unter anderem durch die Partyreihe „Ein Club voller Helden“ mediale Präsenz zu erzeugen und seine Zielgruppe zu erreichen. Zudem organisiert Junge Helden Schulbesuche, Benefizveranstaltungen sowie Diskussionsrunden – unter anderem mit Politikern und Ärzten – in Unternehmen, Clubs und Kinos. Rund 15 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in dem Verein aktiv und haben seit seiner Gründung über 10.000 Organspendeausweise verteilt.
Freie Altenarbeit Göttingen e.V. (Wohnberatungsmobil)
Wohnberatung für ältere Menschen
Ort: Göttingen
Aktionsradius: regional
Die „Mobile Wohnberatung Südniedersachsen“ des Vereins Freie Altenarbeit Göttingen wurde 2008 gegründet. Ziel des Projektes ist es, älteren Menschen Chancen für einen gesunden, selbstbestimmten Lebensabend in der gewohnten Umgebung aufzuzeigen. Im Fokus steht dabei die altersgerechte Ausstattung des Wohnraumes. Zudem will der Verein nachbarschaftliches Engagement fördern und die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren. Mit einem Beratungsmobil klärt das Projekt an öffentlichen Plätzen über seniorengerechtes Wohnen auf. Mobile Wohnberater informieren zudem in Hausbesuchen über die Veränderungsmöglichkeiten und hören sich in einem Beratungsgespräch die Wünsche und Sorgen der Bewohner an. Hilfestellung wird auch bei der Beantragung finanzieller Unterstützung bei den Pflegeversicherungen und/oder Krankenkassen für solche Veränderungen geleistet. Drei hauptamtliche Mitarbeiter leiten das Projekt, unterstützt von einer Planungsgruppe und einem Wohnberater/innen-Pool von rund 40 Ehrenamtlichen. In den ersten zwölf Monaten seit ihrer Gründung setzte die „Mobile Wohnberatung Südniedersachsen“ ihr Beratungsmobil bei 80 Veranstaltungen ein und erreichte rund 12.000 Personen. Täglich erhalten die Mitarbeiter drei bis fünf Beratungsanfragen. Bisher konnten rund 20 Wohnungsanpassungen vorgenommen werden. Darüber hinaus wurden 21 ehrenamtliche Wohnberater/innen ausgebildet und mehrere Nachbarschaftsinitiativen, etwa in Göttingen und Leineber, gegründet.
Irrsinnig Menschlich e.V.
Schulaufklärung über psychische Erkrankungen
Ort: Leipzig
Aktionsradius: bundesweit
„Verrückt? Na und!“ ist ein Aufklärungsprogramm, das an Schulen im In- und Ausland die seelische Fitness von Heranwachsenden und Lehrern fördert und zugleich die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Problemen bekämpft. Es richtet sich an 14- bis 20-jährige Jugendliche und ihre Lehrkräfte, geht von deren Lebenserfahrungen aus und dauert einen Schultag. Der Verein vermittelt persönliche Begegnungen zwischen Jugendlichen und Menschen, die psychische Erkrankungen durchgemacht haben. Dadurch wollen die Initiatoren dazu beitragen, die eigene Wahrnehmung von psychischen Krisen zu verändern und die jungen Menschen zu stärken. Auch Lehrer profitieren von diesem Angebot: Sie werden befähigt, ihre Schlüsselrolle als Bezugsperson besser auszufüllen. „Verrückt? Na und!“ will Mut machen, den Blick für das eigene Leben zu schärfen, Vorurteile und Ängste wahrzunehmen und zu überprüfen und sich mit Ressourcen für die Gesunderhaltung und Gesundung auseinander zu setzen. Das Netzwerk der Initiative umfasst 35 Gruppen in Deutschland und zwei im Ausland, die nach dem Konzept von „Verrückt? Na und!“ in Schulen ihrer Region arbeiten. Auf diese Weise erreicht die Initiative rund 15.000 Menschen pro Jahr. Ein weiterer Ausbau des Projekts – national wie international – wird angestrebt.
Malteser Hilfsdienst e.V. – Migranten Medizin
Medizinische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung
Ort: München
Aktionsradius: lokal
Die Malteser Migranten Medizin setzt sich für eine menschenwürdige Behandlung von Personen in Not- und Konfliktlagen ein. Das Projekt des Malteser Hilfsdiensts e.V. bietet Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus eine Anlaufstelle und Menschen ohne Krankenversicherung (etwa Studenten, arbeitslosen Selbstständigen, Rentnern), an der sie kostenlos und anonym Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung erhalten. Eine Allgemeinärztin übernimmt eine Erstuntersuchung der Patienten, versorgt sie in Notfällen, etwa bei einer plötzlichen Erkrankung, bei Verletzungen oder einer Schwangerschaft, und vermittelt sie ggf. an Fachärzte und Krankenhäuser weiter. Eine Sozialpädagogin berät die Hilfesuchenden in sozialen und sozialrechtlichen Fragen. Zudem stellt das Projekt in geringen Mengen Medikamente sowie Babynahrung und -kleidung zur Verfügung. 2008 leistete die Malteser Migranten Medizin in 462 Fällen (inklusive Mehrfachbehandlungen) Hilfe. Aufgrund des ansteigenden Bedarfs bietet das Projekt seit November 2009 eine zweite wöchentliche Sprechstunde an.
Nestwärme e.V. Deutschland
Hilfe, Beratung und Betreuung von Familien mit schwerkranken und behinderten Kindern
Ort: Trier
Aktionsradius: bundesweit
Die 1999 in Trier gegründete Initiative setzt sich für die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz und Integration von behinderten, schwerstkranken und chronisch kranken Kindern sowie deren Familien ein. Hierbei leistet nestwärme durch einen bundesweiten Verein sowie durch eine im Saarland und in Rheinland-Pfalz agierende “nestwärme gGmbH” aktiv Hilfe für die Kinder und deren Familien. Der Fokus wird auf Kinder im Alter von 0-4 Jahren gelegt, da Behinderungen/Krankheiten in dieser Zielgruppe häufig nicht erkannt sind und es an entsprechenden Hilfsangeboten mangelt. Das Portfolio von nestwärme ist breit gefächert und unterteilt sich in eine Beratungs-, eine Hilfs- und eine Kommunikationsfunktion. Dazu gehören unter anderem eine bundesweite Hotline, die Beratung vor Ort, integrative Kinderkrippen, ambulante Kinderintensivpflege, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sowie der Verkauf von Merchandising-Artikeln zugunsten des Vereins. Der Verein ist primär in Deutschland, aber auch in der Schweiz, Österreich und Luxemburg aktiv, beschäftigt über 80 Mitarbeiter und koordiniert ein Netzwerk aus über 1.200 ehrenamtlichen Freiwilligen. nestwärme erreicht und hilft mit seiner Arbeit jährlich rund 4.500 Betroffene.
Trauerland e.V.
Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen
Ort: Bremen
Aktionsradius: lokal
Trauerland wurde 1999 ins Leben gerufen und war bundesweit die erste Einrichtung, die sich um trauernde Kinder kümmerte. Nach wie vor ist das Bremer Zentrum eine der wenigen Anlaufstellen für diese Zielgruppe. Trauerland unterstützt Kinder, Jugendliche und deren Familien in ihrem individuellen Trauerprozess. Zum Angebot der Initiative gehören vor allem Trauergruppen, Einzelberatungen und Kriseninterventionen – persönlich, telefonisch und per Internet. Rund 135 ehrenamtliche und sechs hauptamtliche Mitarbeiter engagieren sich mittlerweile in Bremen sowie seit 2006 auch in Oldenburg für „Trauerland“ und schließen damit eine Versorgungslücke. In den elf Trauerland-Gruppen in beiden Städten werden derzeit rund 160 Kinder und Jugendliche pro Monat betreut; rund zehn bis zwölf Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen wöchentlich die Einzelberatungen. Mit etwa drei Kindern werden jede Woche heilpädagogische Einzelmaßnahmen durchgeführt.
Bayer Cares Foundation
Die 2007 von der Bayer AG ins Leben gerufene „Bayer Cares Foundation“ fördert gesellschaftliche Eigeninitiative. Neben dem neu gegründeten „Aspirin Sozialpreis“ bezuschusst sie soziale Projekte, in denen sich Mitarbeiter und Bürger im Umfeld der Bayer-Standorte ehrenamtlich engagieren. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung langfristige Wiederaufbauprojekte für Menschen, die durch Naturkatastrophen in Not geraten sind.
Weitere Informationen unter www.aspirin-sozialpreis.de und www.bayer-stiftungen.de
Ihr Ansprechpartner zum Aspirin Sozialpreis:
Jutta Schulze, Tel. 0175-3002905
Fax: 0214-30-57283
E-Mail:
Ihr Ansprechpartner zur Bayer Cares Foundation:
Dirk Frenzel, Tel. 0214-30-29908
Fax: 0214-30-58923
E-Mail:
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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